Hochhaus in Silvesternacht evakuiert

Ein Hochhaus an der Berliner Straße musste in der Silvesternacht evakuiert werden. Wegen eines Feuers in der Entlüftungsanlage auf dem Dach des Gebäudes hatte sich so starker Rauch gebildet, dass 25 Bewohner ihre Wohnungen verlassen mussten.

Von Bernhard Herrmann

Empelde.

Ein Bewohner aus dem siebten Stock verständigte um 1.54 Uhr die Feuerwehr, weil seine Wohnung voller Qualm war. Die Regionsleitstelle vermutete einen Zimmerbrand und alarmierte die Ortsfeuerwehren aus Empelde und Ronnenberg sowie die Sanitätsschnelleinsatzgruppe des DRK Empelde. 67 Einsatzkräfte rückten mit 13 Fahrzeugen an. Außerdem wurde ein Notarzt aus Hannover verständigt. In der verrauchten Wohnung stellten die Feuerwehrleute fest, dass der Rauch aus dem Luftauslass im Badezimmer drang. Alle Badezimmer in der linken Gebäudehälfte sind fensterlos, Ventilatoren saugen die Luft in einen Schacht. Als weitere Bewohner aus der vierten bis zur elften Etage Brandrauch meldeten, ließ Einsatzleiter und Ortsbrandmeister Gunnar Scheele die linke Hälfte des Hochhauses evakuieren. 25 Bewohner wurden in das gegenüberliegende Restaurant gebracht und von Sanitätern betreut. Verletzt wurde niemand. Um die Ursache für den sich im Gebäude ausbreitenden Rauch zu finden, kontrollierte die Feuerwehr in allen Wohnungen die Luftauslasse im Badezimmer, die mit dem Lüftungsschacht des Gebäudes verbunden sind. Die Ursache für die starke Rauchentwicklung fanden die Helfer schließlich auf dem Dach des Gebäudes. Dort war ein Entlüftungsventilator über dem Schacht in Brand geraten und zerstört worden. Brennbares Material war in den Schacht getropft und hatte so den Rauch in die Wohnungen getragen.

Ermittler suchen nach der Ursache des Feuers

Wie der Ventilator in Brand geraten konnte, ist noch unklar. Auch zur Höhe des Schadens konnte die Polizei gestern noch keine Angaben machen. Der Kriminaldauerdienst hat die Spurensuche aufgenommen. Um 4.35 Uhr am Neujahrsmorgen konnten die Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Feuerwehr hatte das Feuer am Entlüfter gelöscht und das Wohnhaus mithilfe eines Gebläses vom Rauch befreit. Auch die Sperrung der Berliner Straße ab der Breiten Straße konnte aufgehoben werden. Während des Einsatzes war der Verkehr umgeleitet worden. Nach den Worten von Ortsbrandmeister Gunnar Scheele sind die Bewohner des etwa 40 Jahre alten Gebäudes noch einmal mit dem Schrecken davongekommen. Sie hätten Glück gehabt, dass der Brand glimpflich ausgegangen ist. Laut dem Einsatzleiter hatten sich die Wände an den Ventilatoren in den Badezimmern bereits auf eine Temperatur von mehr als 80 Grad Celsius erhitzt.

Die Drehleiter der Ronnenberger Feuerwehr steht mit voll ausgefahrenem Leiterkorb in Bereitschaft (großes Bild). Feuerwehrleute bringen einen Bewohner in Sicherheit (kleines Bild).

Quelle:
Calenberger Zeitung vom 02.01.2013