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Ausbildungsdienst technische Hilfeleistung: Was bei einem Verkehrsunfall zu tun ist

Ausbildungsdienst technische Hilfeleistung: Was bei einem Verkehrsunfall zu tun ist

Feuerwehren bekämpfen nicht nur Brände – ein großer Teil des Einsatzaufkommens gehört in den Bereich der sogenannten technischen Hilfeleistung (TH). Laut einer Auswertung des Deutschen Feuerwehrverbandes ist das technische Verständnis der Feuerwehrleute im Einsatz sogar öfter gefragt als der klassische Löschangriff: Im Jahr 2019 gab es in Deutschland etwa dreimal so viele TH-Einsätze wie Feuer.

Ortsfeuerwehr verfügt über hydraulisches Rettungsgerät

Am vergangenen Sonnabend stand für uns deswegen ein besonderer Übungsdienst an. Auf dem Gelände eines Ronnenberger Autoverwerters durften wir unterschiedliche Rettungstechniken ausprobieren, die bei Verkehrsunfällen zum Einsatz kommen. Neben den Empelder Kameraden sind wir nämlich eine von zwei Feuerwehren im Stadtgebiet, die mit Geräten zur schweren technischen Rettung ausgestattet sind. Hydraulisch betriebene Scheren, Spreizer und Stempel kommen immer dann zum Einsatz, wenn Muskelkraft nicht ausreicht, um einen Zugang zu verletzten Personen in Fahrzeugen zu schaffen.

An insgesamt drei unterschiedlichen PKW konnten wir das Wissen über die technische Hilfeleistung, das wir uns zuvor im Theoretischen angeeignet hatten, in die Praxis umsetzen. Zuerst ging es um eine für die Einsatzstellenorganisation zentrale Frage: Wie groß ist eigentlich der Arbeitsbereich um ein verunfalltes Fahrzeug? Mit Schläuchen markierten wir, wo sich zuarbeitende Kräfte aufhalten dürfen und welcher Bereich den Feuerwehrleuten, die am Fahrzeug arbeiten, vorbehalten ist.

Der Arbeitsbereich ist mit Schläuchen markiert.

Im Anschluss hatte jede Einsatzkraft die Möglichkeit, eine Autoscheibe so zu entfernen, dass Fahrzeuginsassen nicht durch herumfliegende Glassplitter gefährdet werden. Das Highlight des Dienstes war dann das Arbeiten mit hydraulischem Rettungsgerät. Bei der „großen Seitenöffnung“ trennten wir die beiden zusammenhängenden Türen einer Fahrzeugseite heraus, um einen großen Zugang zum Patienten, dargestellt durch eine Puppe, zu schaffen. An einem anderen Fahrzeug schnitten wir das Dach so ein, dass wir es nach hinten wegklappen konnten.

Das Dach dieses Fahrzeuges ist nach hinten geklappt.

Technische Hilfeleistung: PKW gegen Wegrutschen gesichert

Zum Schluss beschäftigten wir uns mit dem Sichern eines auf der Seite liegenden PKW gegen Abrutschen. Für diesen Zweck verfügt die Ortsfeuerwehr Ronnenberg über eine Variante des sogenannten Stab-Fast-Systems der Firma Weber-Hydraulik. Dieses lässt sich am Rumpf des Fahrzeuges befestigen, sodass sich eine stabile Dreiecksstruktur ergibt. Einmal angebracht können Einsatzkräfte sicher an dem PKW arbeiten.