Neue Schutzkleidung bietet mehr Sicherheit

Neue Schutzkleidung bietet mehr Sicherheit

Quelle:
Calenberger Zeitung vom 03.12.2014

Seit zehn Jahren verfügt Ronnenbergs Feuerwehr über ein festes Budget für Geräte, Einsatzkleidung sowie Aus- und Fortbildung. Nun soll auch die Jugendfeuerwehr ihren Anteil selbst verwalten.

Von Kerstin Siegmund Ronnenberg.

Erstmals übernimmt der Feuerwehrnachwuchs unter der Leitung von Matthias Düsterwald die Verantwortung für sein 7800-Euro-Budget. Die Hälfte muss zweckgebunden für das Zeltlager verwendet werden. Für Stadtbrandmeister Jörg Tadje bedeutet das eine Entlastung, aber auch eine erzieherische Maßnahme. „Die Jugend weiß künftig, was die Sachen kosten“, sagt Tadje.

Das Vertrauen, das Rat und Verwaltung den Feuerwehren auch in finanzieller Hinsicht entgegenbringt, überträgt der Stadtbrandmeister aus Überzeugung auf die Jugend. „Wir sind seit zehn Jahren mit unserem Budget gut gefahren und immer damit ausgekommen“, sagt Tadje. „Wir müssen uns genau überlegen, was wir brauchen, und nur das wird angeschafft. Im Gegenzug sind wir flexibel.“ Aus dem Budget von jährlich 61?800 Euro müssen die sieben Ortsfeuerwehren Löschmittel einkaufen – „Schaum ist wichtig, aber auch teuer“ –, Ölbindemittel, die bei Verkehrsunfällen zum Einsatz kommen, aber auch die Wartung der Drehleiter bezahlen, die 7000 Euro kosten kann, sowie die Ausgaben für Aus- und Fortbildung bestreiten. Dafür plant Tadje jährlich 9000 Euro ein. Die Hälfte davon sei schnell ausgegeben, wenn die Arbeitgeber der ehrenamtlichen Brandbekämpfer Verdienstausfall einfordern. Da die Feuerwehr bei den Geräten spart, kann sie neue Schutzkleidung anschaffen, die pro Person bis zu 1300 Euro kostet. 40 der 90 Einsatzkräfte, die unter Atemschutz arbeiten, sind schon damit ausgestattet. Aus Sicherheitsgründen sei die persönliche Schutzausrüstung genauso wichtig wie technische Geräte, sagt Vizestadtbrandmeister Hartmut Wissel. „Und sie bedeutet zudem Motivation und Anerkennung“, ergänzt Tadje.

Jörg Tadje und Stephanie Harms unterzeichnen die Vereinbarung.

Budget ist von Haushaltssperre ausgenommen.

Gestern hat Stadtbrandmeister Jörg Tadje zum vierten Mal im Rathaus eine Finanzvereinbarung unterschrieben. Diese gilt für die Jahre 2015 bis 2017 und sichert den Feuerwehren 61?800 Euro pro Jahr zu. Dieses Budget, das die Feuerwehren eigenverantwortlich verwalten, unterliegt nicht der Haushaltssperre. Anhand einer Prioritätenliste der sieben Ortsfeuerwehren werden aus dem Budget alle notwendigen Anschaffungen bezahlt. Die Finanzierung der Einsatzfahrzeuge und die bauliche Unterhaltung der Gerätehäuser sind darin nicht enthalten. Dafür stellt die Stadt Finanzmittel aus ihrem Investitionshaushalt zur Verfügung. Als Grundlage dient ein Bedarfsplan, den Feuerwehr und Verwaltung parallel zum Budget erarbeiten.ker

Die neue Schutzkleidung – atmungsaktiver, leichter und funktionsgerechter als bei den bisherigen Modellen – von Kristof Schwake, die sich Bürgermeisterin Stephanie Harms bei einer Übung anschaute, ist sicherer für Einsatzkräfte, die in Hitze und Rauch arbeiten müssen. (Archiv)