Übungseinsatz dient auch als Praktikum

Feuerwehren trainieren mit Jugendabteilung

Die Feuerwehren aus Ronnenberg und Weetzen haben am Sonnabend im Polizeikommissariat an der Bundesstraße 217 ein Sicherheitstraining absolviert. An der Übung nahmen auch 20 Jungen und Mädchen der Stadtjugendfeuerwehr teil. Das sogenannte Tagespraktikum soll den Nachwuchs an spätere Aufgaben heranführen.

Von Ingo Rodriguez/ Ronnenberg.

Es war 10.30 Uhr, als Bernd Kmiec-Schulz vom Polizeikommissariat Ronnenberg vor der Wache den Notruf absetzte. Brand im Dachgeschoss, drei Polizisten vermisst – so lautete die Meldung. Nicht einmal sechs Minuten später fuhren vier Einsatzfahrzeuge mit rund 40 Mitgliedern der Ortsfeuerwehren aus Ronnenberg und Weetzen auf den Kommissariatsparkplatz. Übungskoordinator Kmiec- Schulz hatte mit seinen Helfern von der Feuerwehr ein realistisches Szenario vorbereitet: Aus dem Dachfenster drang dichter Rauch, und Polizisten machten mit lauten Rufen auf ihre Notlage aufmerksam. Auf übertriebene Hektik wurde von den Einsatzkräften dennoch bewusst verzichtet. „Es ist keine überraschende, sondern eine unserer regelmäßigen gemeinsamen Sicherheitsübungen“, begründete Kommissariatsleiter Klaus-Dieter Bock das ruhige Verhalten der Einsatzkräfte. Und es gab noch einen weiteren Grund für ein besonnenes Vorgehen: Zu dem Aufgebot der Feuerwehr zählten 20 Jungen und Mädchen aus der Jugendabteilung. „Der Nachwuchs wird in das simulierte Einsatzgeschehen eingebunden, um hautnah und gezielt an spätere Aufgaben herangeführt zu werden“, sagte Gruppenführer Tobias Meier-Böke.

Trotzdem war die Übung bereits nach rund einer halben Stunde beendet. In wenigen Minuten hatten die Rettungskräfte mit der Drehleiter und über eine Steckleiter die vom simulierten Brand eingeschlossenen Beamten aus dem Gebäude befreit sowie eine Notversorgung eingeleitet. „Das haben die Kleinen gut gemacht“, lobte Zugführer Markus Gust die Nachwuchskräfte. Auch die Polizei hatte wichtige Erkenntnisse gesammelt. „Wir müssen für Notfälle auf dem Dach ein Trittbrett anbauen“, gab Kmiec-Schulz eine Bitte der Feuerwehr weiter.

Realistisches Szenario: ein Polizist (großes Bild) macht die anrückenden Rettungskräfte im verqualmten Dachgeschoss auf seine Notlage aufmerksam. Kommissariatsleiter Klaus-dieter Bock (kleines Bild, rechts ) beobachtet das Einsatzgeschehen. Die Nachwuchskräfte (kleines Bild, links ) treffen vor der Rettungsaktion alle Vorkehrungen für den Einsatz mit der Drehleiter.

Shalin (links) und Malte dringen mit Atemschutzgeräten in die Wache ein.

Quelle:
Calenberger Zeitung vom 16.04.2012