Nachbar hört den Rauchmelder

32-Jähriger vergisst Essen auf Herd und schläft ein – Schriller Ton rettet ihm das Leben

Ein Rauchmelder hat einem 32-Jährigen aus Empelde am Sonnabend das Leben gerettet. Der Mann war eingeschlafen und hatte das Essen auf dem Herd vergessen.

Von Bernhard Herrmann

Empelde.

Das durchdringende Piepen des Rauchwarnmelders in der Erdgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses an der Memeler Straße hat den 32-jährigen Bewohner aufgeweckt. Der Mann hatte zuvor sein Mittagessen in einem Topf auf die eingeschaltete Herdplatte gestellt. Er schlief versehentlich ein. Laut Ronnenbergs Ortsbrandmeister Andreas Keese hörte ein Hausbewohner um 13.45 Uhr den Alarm und rief den Notruf 112 an. Als die Brandbekämpfer am Wohnhaus eintrafen, war die Küche vom angebrannten Essen komplett verraucht. Zur Zeit der Alarmierung hatte die Ortsfeuerwehr Ronnenberg den Brandschutz übernommen, denn die Feuerwehrkameraden aus Empelde wollten den 125. Jahrestag der Ortsfeuerwehr feierten. Wenige Minuten bevor am Sonnabend der Kindernachmittag beginnen sollte, wurde der Alarm für die Memeler Straße ausgelöst. Die Feuerwehr musst die Wohnung belüften. Laut Polizei entstand kein Gebäudeschaden.

RAUCHMELDER

Ab 1. November ist er Pflicht

In Niedersachsen besteht seit 20. März dieses Jahres eine Rauchmelderfrist. Neubauten müssen ab 1. November 2012 über die Warnmelder verfügen. Für vorhandene Bauten besteht eine Übergangsfrist bis 2015. Die Neuregelung in der Niedersächsischen Bauordnung sieht vor, dass mindestens je ein Rauchmelder für Kinderzimmer, Schlafzimmer und Flure, die als Fluchtweg dienen, eingebaut werden muss. Die Feuerwehr setzt sich seit Jahren für die Rauchmelderpflicht ein und fordert, dass Hausbesitzer in jedem Raum der Wohnung einen Melder anbringen. Ignoriert der Eigentümer die gesetzliche Verpflichtung, muss er im Brandfall möglicherweise haften.

 

Quelle:
Calenberger Zeitung vom 10.09.2012