Feuerwehr unterrichtet Schüler

Unterricht im Freien: Die Sechstklässler schauen sich auf dem Festplatz an, wie eine Sprühdose bei hitzeeinwirkung explodiert.

170 Jungen und Mädchen erhalten Kenntnisse über Brandschutz und Löschwesen

Zwei Tage lang haben Feuerwehrleute die Sechstklässler der Marie- Curie-Schule über Brandschutz und umsichtiges Verhalten im Notfall informiert.

von Kerstin Siegmund

Ronnenberg.

Justin kennt die verheerenden Auswirkungen eines Feuers. „In der Wohnung über uns hat ein Funke von einer ausgepusteten Kerze die Tischdecke angezündet“, sagt der Zwölfjährige. Sein Schulkamerad Connor erinnert sich, dass bei ihm zu Hause wegen einer auf dem Herd vergessenen Pfanne die Küche komplett verqualmt gewesen sei. Bernd Kmiec-Schulz von der Ortsfeuerwehr Ronnenberg hat gestern von den Schülern auch erfahren, dass Jugendliche mit Verpackungsmaterial aus Styropor zündeln, ohne sich über die gesundheitlichen Folgen bewusst zu sein. Zwei Tage lang verlegten Ute Lendeckel, Leiterin der Marie-Curie- Schule am Standort Ronnenberg, und ihre Kollegin Alina Scholochow den naturwissenschaftlichen Unterricht zum Thema Feuer für 140 Schüler ins Feuerwehrgerätehaus und für den praktischen Teil auf den Festplatz an der Empelder Straße. Dort zeigten Feuerwehrleute den Jungen und Mädchen auch, wie schnell eine Sprühdose bei Hitze explodieren kann und dass ein Topf mit brennendem Fett niemals mit Wasser gelöscht werden sollte. „Ihr müsst einen Deckel auflegen“, rief Feuerwehrmann Dirk Vetter den Schülern zu. Für die Feuerwehr hat der Brandschutzunterricht einen wichtigen Nebeneffekt. „Wir erläutern nicht nur, welche Stoffe im Haushalt brennen können, wie sie gelöscht werden müssen und wie ein Notruf abgesetzt wird“, sagte Vetter. „Wir sagen den Schülern auch, dass wir nebenberuflich als Feuerwehrleute arbeiten. Die Mehrzahl der Jungen und Mädchen ist der Meinung, dass wir in einer Feuerwache sitzen, auf unseren Einsatz warten und dafür Geld kriegen“, sagt Vetter.

Quelle:
Calenberger Zeitung vom 06.06.2012