Feuerwehr sucht Mitglieder

Stadtkommando will Arbeitsgruppe gründen und stärker für den aktiven Dienst werben

Die Ronnenberger Feuerwehr will sich stärker in der Öffentlichkeit präsentieren und intensiv um neue Mitglieder werben. Ziel ist es, die Zahl der Aktiven zu erhöhen.

Von KerstIn SIegmund / Ronnenberg.

Vier Stunden lang sind 44 Feuerwehrleute aus Ronnenberg und Empelde am Dienstagabend körperlich und emotional an ihre Grenzen gegangen. Die Aktiven leisteten bei einem schweren Verkehrsunfall mit fünf Verletzten professionelle Arbeit und retteten Menschenleben – ohne Bezahlung und in ihrer Freizeit. Stadtbrandmeister Jörg Tadje kennt den Lohn für die Aktiven: „Man fühlt sich nach dem Einsatz besser, weil man helfen konnte“, sagt der 54-Jährige.

Die Tatsache, dass die Freiwillige Feuerwehr eine vielfältige und anspruchsvolle Aufgabe erledigt, wollen der Stadtbrandmeister, sein Stellvertreter Hartmut Wissel und weitere Führungskräfte stärker in die Öffentlichkeit bringen. Sie planen eine stadtweite Werbekampagne mit dem Ziel, neue Mitglieder zu gewinnen. Gesucht werden Bürger, die sich insbesondere für den aktiven Dienst interessieren. Bevölkerungsgruppen sollen angesprochen werden, die der Feuerwehr bislang eher fernblieben. Tadje nennt ausländische Mitbürger, Neubürger und Frauen als mögliche Zielgruppen der Werbeaktion, die so schnell wie möglich beginnen soll.

Der Stadtbrandmeister hofft, Quereinsteiger gewinnen zu können. Damit sind Männer und Frauen gemeint, die sich nicht schon im Kindesalter für die Mitgliedschaft bei den Brandbekämpfern entschieden haben, sondern als Erwachsene die Ausbildung in der Feuerwehr absolvieren wollen. In Ronnenberg ist derzeit ein Prozent der Bevölkerung Mitglied der Feuerwehr. „Noch sind wir relativ gut aufgestellt und erreichen die gesetzlich vorgeschriebene Reserve mit unseren Aktiven. Aber wir wollen die Hände nicht in den Schoß legen“, sagt Tadje. Es müsse möglich sein, mehr Leute als bisher für dieses wichtige Ehrenamt zu gewinnen, meint der Stadtbrandmeister.

Quelle:
Calenberger Zeitung vom 26.01.2012